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Ubisoft – Jetzt sind wohl 200 „freiwillige“ Entlassungen geplant

Nach der Ankündigung einer tiefgreifenden Neuausrichtung vor einer Woche plant Ubisoft nun weitere Personalmaßnahmen an seiner Hauptverwaltung in Paris. Der Konzern hat ein Verfahren für einen kollektiven Aufhebungsvertrag eingeleitet, das bis zu 200 Stellen bei Ubisoft International betreffen könnte. Diese Zahl entspräche etwa 18 Prozent der Belegschaft dieser Einheit.

 

Geplanter Stellenabbau über freiwillige Vereinbarung

Dieser Schritt folgt direkt auf die weitreichenden Änderungen, die das Unternehmen am 22. Januar 2026 verkündet hatte. Schließungen, Entlassungen und Einstellungen. Ubisoft sortiert sich komplett neu und will sich langfristig verändern.

Das aktuelle Verfahren läuft unter der französischen Regelung Rupture Conventionnelle Collective (RCC). Dabei handelt es sich um eine kollektiv verhandelte, freiwillige Aufhebungsvereinbarung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern.

Ubisoft betont, dass es sich vorerst nur um einen Vorschlag handelt, über den mit den Mitarbeitervertretungen verhandelt werden muss. Eine Entscheidung ist erst nach Zustimmung der Gewerkschaften und Validierung durch die französischen Behörden endgültig. Die Maßnahme betrifft ausschließlich Beschäftigte von Ubisoft International mit französischem Vertrag und soll keine anderen Teams weltweit berühren.

Bild: 2020 © Ubisoft

 

Drohende Konflikte mit Gewerkschaften

Die Pläne stoßen auf massiven Widerstand der Belegschaft. Der französische Gewerkschaftsbund Solidaires Informatique hat die umfassende Restrukturierung bereits als „absurd“ und „desaströs“ bezeichnet und spricht von „Wut und Verzweiflung“ im Unternehmen. Die Rückkehr zur Vollzeit-Präsenzpflicht wird als „verkleinerter Entlassungsplan“ kritisiert, der darauf abziele, Mitarbeiter aus dem Unternehmen zu drängen.

Als Reaktion haben mehrere Gewerkschaften, darunter Solidaires Informatique und der STJV, bereits zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Für Februar ist ein dreitägiger Streik vom 10. bis 12. Februar geplant, bei dem die Gewerkschaften auch mit internationalen Partnern koordinieren wollen. Zu den Forderungen gehören ein Stopp des Sparkurses, der Erhalt des Homeoffice und angemessene Gehaltserhöhungen.

Die jüngsten Maßnahmen sind Teil eines radikalen Neustarts, mit dem CEO Yves Guillemot das Unternehmen nach Jahren finanzieller Schwierigkeiten und eines einbrechenden Aktienkurses wieder auf Wachstumskurs bringen will. Das Ziel ist eine schlankere, dezentralere und profitablere Organisation. Der Erfolg dieses ambitionierten Plans hängt jedoch wesentlich davon ab, ob es gelingt, die kritische Phase der Personalreduktion und die Konflikte mit der Belegschaft zu bewältigen, ohne die kreative Kraft des Unternehmens zu beschädigen. Die kommenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften werden hierfür richtungsweisend sein.

 

Quelle: gamesindustry.biz

Bild © Ubisoft

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